Hängetrauma – Risiko und Sofortmaßnahmen
Hängetrauma (orthostatischer Schock) entsteht, wenn eine gestürzte Person reglos im Auffanggurt hängt. Bereits nach wenigen Minuten kann es lebensbedrohlich werden. Schnelle Rettung und Rettungsplanung sind keine Option, sondern Pflicht.
Definition
Hängetrauma (Suspension Trauma) ist ein orthostatischer Schock, der durch das reglose Hängen einer Person in einem Auffanggurt ausgelöst wird. Durch Blutansammlung in den Beinen (venöses Pooling) kommt es zu Sauerstoffmangel im Gehirn und lebenswichtigen Organen.
Rechtliche Grundlagen
Arbeitgeber muss Erste-Hilfe- und Rettungsmaßnahmen organisieren – Hängetrauma-Risiko erfordert sofortigen Rettungsplan.
Rettungsplanung und Retter-Ausbildung müssen das Hängetrauma-Risiko berücksichtigen.
Notfallplanung ist Pflicht – auch für PSAgA-Einsätze mit Hängetrauma-Risiko.
Relevante DGUV Vorschriften
Retten aus Höhe und Tiefe
Hängetrauma ist fester Bestandteil der Retter-Ausbildung – Rettung muss in Minuten möglich sein.
PSAgA-Anwender
Anwender müssen über das Hängetrauma-Risiko und Verhaltensmaßnahmen bei einem Sturz informiert sein.
Praktische Anwendung
- Rettungsplan muss das Hängetrauma-Risiko berücksichtigen – Rettung in unter 10 Minuten anstreben.
- Verletzte zum Bewegen der Beine animieren (Pumpen) – reduziert venöses Pooling.
- Retter dürfen Verunfallten nicht sofort flach hinlegen – V-Sitz-Position für 30 Minuten.
- Notruf unverzüglich bei Bewusstlosigkeit oder schneller Verschlechterung des Zustands.
- PSAgA-Anwender über Hängetrauma-Risiko unterweisen – bewusste Bewegung nach Sturz.
Häufige Fehler
- Rettungsplan existiert nicht oder berücksichtigt das Zeitfenster für Hängetrauma nicht.
- Retter legen Verunfallten sofort flach – falsch, kann Zustand verschlimmern.
- Keine Kommunikationsmöglichkeit zwischen Verunfalltem und Boden – Zustandsverschlechterung nicht erkennbar.
- PSAgA-Anwender kennen das Hängetrauma-Risiko nicht und bewegen sich nicht nach dem Sturz.
Häufige Fragen (FAQ)
Symptome können bereits nach 3-5 Minuten reglosem Hängen auftreten. Bei schwächeren Personen, Hitze oder Vorerkrankungen auch früher. Lebensbedrohliche Zustände sind innerhalb von 10-15 Minuten möglich.
Zusammenfassung
Hängetrauma ist eine ernstzunehmende Lebensgefahr bei PSAgA-Einsätzen. Die Rettungsplanung muss das kurze Zeitfenster berücksichtigen. Alle PSAgA-Anwender und Retter müssen über das Hängetrauma-Risiko ausgebildet sein.
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